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Was hat er für eine Persönlichkeit?
Der Labrador gilt als »der menschenfreundliche Hund«. Diese Aussage kann
ich zu 100% unterstützen, ist er doch u. a. als Blindenführhund die
Rasse Nummer eins der Welt. Dies bedeutet, dass er friedliebend sein und
seine Reizschwelle sehr hoch liegen muss. Sein unermüdlicher Wille,
immer zu gefallen (engl. will to please), alles für seinen Menschen zu
geben, der allen Retrieverrassen eigen ist, beeindruckt mich immer
wieder. Aber auf der anderen Seite erkenne ich auch, dass es diesem Hund
manchmal schwer fällt, sich zu wehren, da seine Toleranz wirklich
sprichwörtlich ist. Seine »Menschenfreundlichkeit« kann ihm daher
manchmal auch zum Verhängnis werden, wenn er in unkundige Hände fällt
oder nur als sog. »Statussymbol« angeschafft wurde.
Damit ist auch schon angedeutet, dass er
eigentlich der ideale, kinderliebende Familienhund sein könnte. Nun,
diese Aussagen sind trügerisch, denn gerade weil er als Pazifist bekannt
ist, bedeutet das noch lange nicht, dass er grundsätzlich immer als
pflegeleicht im Umgang gilt. Weil ihm das Attribut anhaftet, der
friedfertige Hund schlechthin zu sein, wird er eben sehr oft von
Menschen missbraucht, weil die erwarten, dass sich diese Rasse nicht
wehren wird. Man darf aber nie vergessen, auch der Labrador ist ein
Hund, der beißen kann, der sein Haus und das Hab und Gut seines Rudelführers verteidigen wird. Zum Unterschied von Schutzhunden geht
aber der Labrador nicht a priori sofort in die Offensive, sondern er
agiert erst, wenn es wirklich nicht anders geht. Dann gilt es aber
genauso ernst und er wird seinen »Mann« bedingungslos stellen! |
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